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Zwischen Wunder und Wahnsinn

«Wenn dein Kind schneller denkt, tiefer fühlt und unermüdlich fragt, beginnt eine Reise voller Aha-Momente – und manchmal auch voller Fragen.» (Dina Mazzotti 2025)

Neu, frisch gedruckt und herzlich zu empfehlen: «Hochbegabt und jetzt? Ein Eltern-Navi zwischen Wunder und Wahnsinn»

Eltern hochbegabter Kinder wissen oft sehr genau, wie intensiv der Alltag sein kann: Gedanken, die rasen, Fragen, die niemals enden, Emotionen, die tiefer gehen, als erwartet und gleichzeitig dieses Staunen über die unglaubliche Lebendigkeit, die im eigenen Kind steckt. Genau in dieser Mischung aus Faszination und Überforderung beginnen viele Familien ihre ganz persönliche Reise.

Umso wertvoller ist ein Buch, das Eltern auf diesem Weg nicht nur begleitet, sondern wirklich versteht. Ein Buch, das nicht erklärt, wie man sein sollte, sondern stärkt in dem, was man ist. Und genau das bietet das neue Eltern-Navi von Dina Mazzotti.

Anlässlich der Neuerscheinung des Elternbuchs habe ich mich mit der Autorin persönlich unterhalten und durfte ihr ein paar Fragen stellen.

Liebe Dina, was hat dich bewegt, ein Elternbuch zum Thema Hochbegabung zu schreiben?

Ich wollte ein Buch schreiben, das Eltern dort abholt, wo sie oft völlig unerwartet stehen: mitten in einem Alltag voller Fragen, Wunder und manchmal auch leiser Verzweiflung. Als Mutter von zwei hochbegabten Söhnen – einer davon zusätzlich 2e – habe ich erlebt, wie viel Orientierung, Verständnis und echte Begleitung man sich wünscht, wenn die Welt plötzlich schneller, intensiver und komplexer wird. Was mich bewegt hat, war der Wunsch, Eltern einen Kompass zu geben: einen, der nicht belehrt, sondern stärkt, der nicht bewertet, sondern öffnet, und der zeigt, dass man nicht allein ist in diesem Abenteuer. Dieses Buch ist mein Beitrag dazu, dass Hochbegabung nicht länger als sonderbar, elitär oder belastend betrachtet wird, sondern als das, was sie ist: ein Potenzialraum, der liebevolle Führung, Humor, Wissen und Herz braucht.

Was hat dir als Mutter von hochbegabten Söhnen damals, als diese noch Kinder waren, gefehlt?

Ich hätte mir jemanden gewünscht, der mir sagt: „Du machst das gut. Es ist okay, dass es herausfordernd ist.“ Mir fehlten verständliche Informationen, die nicht in wissenschaftlichem Fachjargon ersticken. Mir fehlte ein Ort, an dem ich mit meinen Fragen nicht komisch angeschaut werde. Vor allem aber fehlte mir eine Stimme, die mir erklärt, wie ich die emotionale Intensität, die Gedankenturbos, die Ungeduld, die Ungerechtigkeitssensibilität und die enorme Neugier meiner Kinder liebevoll begleiten kann, ohne mich selbst zu verlieren. Ich hätte damals so sehr ein solches Buch gebraucht – eines, das mich stärkt, tröstet, erdet und gleichzeitig inspiriert. Heute schreibe ich es für die Mütter und Väter, die genau jetzt an diesem Punkt stehen.

Ein Buch zu schreiben ist ein Prozess durch Höhen und Tiefen. Welche Situation hast du besonders beschwingt erlebt? Gab es einen Moment, an dem du an deine persönliche Grenze gestossen bist?

Besonders beschwingt war jener Moment, als ich beim Schreiben plötzlich spürte: „Das ist nicht nur ein Buch. Das ist ein Herzensprojekt, das wachsen will.“ Es war ein Morgen, an dem alles leicht war – die Worte flossen, meine Gedanken hatten Klarheit, und ich fühlte mich mit allen Eltern verbunden, die dieses Buch irgendwann lesen würden. Es war, als würde ich in eine Zukunft schreiben, die schon auf mich wartete.

Anspruchsvoll wurde es für mich, als meine erste Lektorin offenbar so gar nicht verstand, wie mein Buch funktioniert. Es ist keines, das man einfach von A bis Z durchlesen muss. Man kann es gut irgendwo aufschlagen, lesen, weglegen, darüber nachdenken. Darum sind einzelne Inhalte an mehreren Stellen zu finden – damit man ihnen sicher begegnet. Ich war nach ihrem Feedback nahe dran, den Bettel hinzuschmeissen. Nur der Support aus meiner Community (und ein bisschen auch mein Ehrgeiz) hielten mich davon ab.

An meine Grenze kam ich auch, als ich zum ersten Mal über meine eigenen Unsicherheiten als Mutter schrieb. Diese Passagen waren herausfordernd, aber sie waren notwendig. Gerade diese Offenheit und natürlich auch die vielen Praxisbeispiele machen das Buch zu dem, was es ist: ein echter, ungeschönter, starker Begleiter für Eltern, die oft viel mehr tragen, als man von aussen sieht.

Dina, vielen Dank, dass du deine riesige Erfahrung und dein Wissen in deinem Buch teilst. Ich selbst hätte eine Fachperson und Wissen, wie im Buch enthalten, gebraucht, als unsere Kinder noch klein waren. Darum kann ich das Buch herzlich weiterempfehlen.

Gerade weil Hochbegabung im Familienalltag so vielschichtig ist, beglückend, überfordernd, überraschend, verbindend, tut es gut, einen echten, authentischen Leitfaden in den Händen zu halten. Dieses Buch hilft Eltern nicht nur dabei, ihre Kinder besser zu verstehen, sondern auch sich selbst. Es schafft Orientierung, wo Chaos herrscht, und schenkt Mut, wo Zweifel entstehen.

Vielleicht findet es sogar da und dort den Weg unter den Christbaum und damit direkt in die Hände jener Eltern, die genau jetzt ein bisschen mehr Klarheit, Unterstützung und Zuversicht brauchen. Ein schöneres Geschenk kann man ihnen kaum machen.

Buchempfehlung:

Hochbegabt und jetzt? Ein Eltern-Navi zwischen Wunder und Wahnsinn / Dina Mazzotti 2025 / ISBN 978-3-6951-9354-7

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